extra_toc

 

 

Das Stellwerk Wsw in Kürze

 

Die telegraphische Abkürzung Wsw steht für Wannsee West.

  

Gleichstromnahnhofsblock für Gleis 56 nach Wsa.

 

   

Das Stellwerk  Wsw war vom 8. Oktober 1939 bis Kriegsende 1945 in Betrieb.

 

Das Stellwerk Wsw war mit großer Wahrscheinlichkeit ein Patronenstellwerk, das die Vereinigten Eisenbahn-Signalwerke GmbH (VES) lieferten,

 

Der Architekt des Stellwerks Wsw ist vermutlich Richard Brademann. Das Stellwerk wurde 1985 abgerissen.

Der Standort des Stellwerks Wsw bei 

Der Weichenwärter Wsw bediente die Abstellgruppen 2 und des S-Bw Wannsee. Als benachbartes Stellwerk bestand eine Bahnhofsblockabhängigkeit nach Wsa

Zum Titelfoto: 1976 zeigt sich Wsw in einem guten Zustand. Die Signalbrücke mit den Ra 11a-Signalen für Gleis 68 und 69 ist noch vorhanden.

{autotoc enabled=yes}

 

 

Stellwerksbezirk Wsw 1940. Archiv Berliner-Stellwerke.de 

Das Stellwerk für die neue Abstellgruppe

 

Im Jahre 1937 begannen die Planungsarbeiten für die Erweiterung des S-Bw Wannsee. Die Erweiterung war auch infolge der bevorstehenden Eröffnung des Nordsüd-S-Bahntunnel notwendig geworden. Die Erweiterungsanlagen wurden Abstellgruppen 2 und 3 genannt. Die Verbindung von den alten zu den neuen Abstellgruppen stellte das Gleis 56 her.

 Für die Bedienung der Weichen und Signalanlagen in den Abstellgruppen 2 und 3 wurde das Stellwerk Wsw projektiert. Am 08. Oktober 1939 ging die Erweiterung der Betriebswerkstatt Wannsee in Betrieb.[1]

 

Frank Müller fotografierte das Stellwerk Wsw von Gleis 56 aus. März 1981. Foto Frank Müller

 

Das Stellwerk Wsw diente offentsichtlich der Erprobung neuester Stellwerkstechnik der VES. Durch die immer größer werdenden Bahnhöfe und damit auch größer werdende Stellbereiche geriet die bisherige Stellwerkstechnik an ihre Grenzen. 1937 entwickelte die VES das sogenannte Patronenstellwerk. Die Bezeichnung rührte von den auswechselbaren Bausteinen im Stelltisch her, die Patronen ähnlich waren.[2] Die Gleistopographie wurde mit U-Profilen aus Aluminium nachgebildet. Das Patronenstellwerk war also ein Vorläufer der später entwickelten Gleisbildstellwerke.

Nach[1] war das Stellwerk Wsw ein Patronenstellwerk. Für die Erprobung eines solchen Stellwerks waren die neu erbauten Gruppen 2 und 3 in Wannsee ideal geeignet. Die Anlage war nicht sehr groß und damit noch übersichtlich. Selbst bei Ausfall des Stellwerks blieben die Folgen auf den Bahnbetrieb gering und beherrschbar.

 

Stellwerk Wsw und die Signalbrücke mit den Signalen Ra11a für die Gleise 68 und 69. Markus Hellwig fing diese schöne Winterstimmung am 11. Dezember 1983 ein. Foto: Markus Hellwig

 

Das Stellwerk Wsw war nur knapp sechs Jahre im Betrieb. 1945 demontierten die Sowjets nicht nur das Gleis Potsdam - Wannsee sondern auch die Stellwerkstechnik des Stellwerk Wsw. Das ich für mich ein Hinweis darauf, dass im Stellwerk Wsw keine den Sowjets bekannte herkömmliche Technik arbeitete. Meines Wissens haben die Sowjets außer in diesem Fall keine Stellwerke demontiert. Andererseits waren die anderen Stellwerke des Bahnhofs Wannsee sozusagen reich an Technik. Aber daran bestand seitens der Sowjets kein Interesse. Die Stellwerke Siemens & Halske E 07 und E 12 wurden vor dem Ersten Weltkrieg auch nach Rußland geliefert. Diese Technik kannten die Sowjets und konnten sie bei Bedarf nachbauen.

Das Stellwerksgebäude blieb bis Anfang Mai 1985 erhalten. Es wurde für die Erweiterung des S-Bahn Betriebswerkes durch die BVG abgerissen[3]

 

 

 

 

 Quellen und weitere Links

[1] Walinowski, Mario: S-Bw Wannsee - Betriebswerkstatt im Grünen, Verlag GVE 2000, Seiten 28 und 30
[2] Eine detaillierte Erläuterung zum Patronenstellwerk finden Sie auf der Seite von Steffen Buhr www.blocksignal.de Hier der Direktlink: http://www.blocksignal.de/stw/stw.php?w=pat
[3] Berliner Verkehrsblätter 07/85 Kurzmeldungen Seite 138