Das Stellwerk Tu in Kürze

 

Die telegraphische Abkürzung Tu steht für Tegelgrund.

  

Felderblock Bauform für zweigleisige Strecke bis 1945. Danach Umbau auf Bauform C für eingleisige Strecke.

 

   

Tu war von 1925 bis zum 16. Februar 1959 in Betrieb. Es war eine Blockstelle für die F- und S-Bahn.

 

Das mechanische Hebelwerk war vermutlich  Bauform Hein, Lehmann, geliefert von  der Fa. Hein, Lehmann & Co.

 

Bk Tu war eine Wellblechbude. Das Fundament liegt heute noch im  Tegeler Forst.

Standort des Stellwerks Tu bei Google Maps.

Der Blockwärter Tu arbeitete mit der Blockstelle Szf des Bahnhofs Schulzendorf und mit dem Wärter des Stellwerks Tnb des Bahnhofs Tegel zusammen.

Zum Titelfoto: 1969 existierte die Wellblechbude im Wald noch Lothar Idziak fotografierte eine vorbeifahrende S-Bahn in Höhe der ehemaligen Bk Tegelgund.  Foto Lothar Idziak

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1. Ein Arbeitsplatz mitten im Wald - die Blockstelle Tegelgrund

 

Die Blockstelle Tegelgrund entstand aus der Planung des neuen Güterbahnhofs Tegel heraus. Wegen der größeren Steigungen und Krümmungen wurde diese Blockstelle benötigt, um die zukünftige fünf Minuten Zugfolge zu garantieren. [1] Die Blockstelle wurde ca. 1925 errichtet. Das genaue Datum ging aus den bis jetzt ausgewerteten Akten leider nicht hervor. Neben der eigentlichen Blockstelle existierte noch ein sog. „Wagonraum". Wegen des beengten Arbeitsplatzes musste die Toilette und die Lagermöglichkeit für Betriebsmittel ausgelagert werden. Interessant zu wissen wäre auch, wie die Blockwärter zu ihrem Arbeitsplatz gelangten, der zwar in der Stadt, aber trotzdem abgelegen mitten im Wald lag. Die Straßenbahn lag ca 750m entfernt. Auf der Ruppiner Chaussee fuhren keine Linienbusse. Vielleicht durften die Blockwärter auch auf dem Führerstand mitfahren.

Hier ist die Lage der Bk Tegelgrund auf einer Streckenkarte der Rbd Berlin aus dem Jahre 1943 zu sehenHier ist die Lage der Bk Tegelgrund auf einer Streckenkarte der Rbd Berlin aus dem Jahre 1943 zu sehen

Die telegraphische Bezeichnung lautete anfangs Blockbude 8. Mit Stand 15. Mai 1939 wurde die Blockstelle mit Bk Tegelgrund bezeichnet.[2] Die benachbarten Stellwerke die die Blockabschnitte begrenzten waren die Blockstelle Schulzendorf Szf und das Wärterstellwerk Tnb des Bf Berlin Tegel.

Eine S-Bahn der Zuggruppe 3 fährt 1969 an der ehemaligen Blockstelle Tegelgrund vorbei. Foto Lothar IdziakEine S-Bahn der Zuggruppe 3 fährt 1969 an der ehemaligen Blockstelle Tegelgrund vorbei. Foto Lothar Idziak

 

 

Ihre Daseinsberechtigung behielt die Blockstelle auch nach dem Ende des zweiten Weltkriegs, gerade wegen der nachkriegsbedingten Eingleisigkeit von Schönholz bis Velten und trotz der geringeren Auslastung der Strecke, nachdem 1950 der Güterverkehr aus der DDR nach Berlin-West bzw umgekehrt aus politischen Gründen unterbrochen war.Seit  dem 18. Mai 1953 verkehrten die sog. Durchläuferzüge für die Randgebiete Berlins, die auf allen Bahnhöfen der Westsektoren nicht hielten. [3] Für diese in den Fahrplan der S-Bahn zwischengeschobenen Züge benötigte man auf der rund 4 km langen Strecke zwischen Tegel und Schulzendorf die Bk Tegelgrund zur Steigerung der Durchlassfähigkeit der Strecke. Am 3. Mai 1958 verkehrten die Durchläufer letztmalig. [4] Der neue Kreuzungsbahnhof Hennnigsdorf Nord ermöglichte über den Berliner Außenring das Umsteigen auf die S-Bahn ohne die Westsektoren zu berühren.

Die damit entbehrliche Blockstelle Tegelgrund wurde am 16. Februar 1959 [5] außer Betrieb genommen  und vermutlich nach 1970 endgültig abgerissen. Die nachfolgenden Fotos zeigen das noch heute vorhandene Fundament der Blockstelle Tegelgrund.

2. Die Reste der Bk Tu 2012

 

Das Fundament der ehemaligen Bk Tegelgrund ist noch im Waldboden zu finden. Foto 6. März 2012 Lars MolzbergerDas Fundament der ehemaligen Bk Tegelgrund ist noch im Waldboden zu finden. Foto 6. März 2012 Lars MolzbergerEine S-Bahn fährt an den Fundamentresten vorbei. Foto 6. März 2012 Lars MolzbergerEine S-Bahn fährt an den Fundamentresten vorbei. Foto 6. März 2012 Lars MolzbergerIn der Draufsicht von vorn zeigt sich der Mix aus Beton, Moniereisen und Gewindestange. Foto 6. März 2012 Lars MolzbergerIn der Draufsicht von vorn zeigt sich der Mix aus Beton, Moniereisen und Gewindestange. Foto 6. März 2012 Lars Molzberger

 

 

 

3.  Quellen und weitere Links

[1] Landesarchiv Berlin, A Rep. 080 Nr. 1046  Landespolizeiliche Prüfung des zweigleisigen Ausbau der Strecke Tegel-Velten
[2] Deutsche Reichsbahn, Verzeichnis der telegraphischen Bezeichnungen der Bahnhöfe, Haltepunkte, Blockstellen und Stellwerke gültig vom 15. Mai 1939 an.
[3,4,5] Peter Bley, Die Kremmener Bahn, Verlag  B. Neddermeyer 2004 Seite 97, 100 und 101
Mehr zur Kremmener Bahn auf www.kremmener-bahn.net